Informationsbulletin Nr. 67

Die Menschen in Honduras verteidigen Demokratie und soziale Gerechtigkeit gegen die Putschisten.

Honduras: Gewerkschaften und die breite Widerstandsbewegung
brauchen eine landesweite Stimme !

Am 28. September 2009 wurde Radio Globo, gleichzeitig mit dem Fernsehsender Canal 36, durch honduranische Militäreinheiten geschlossen. Seit dem Militärputsch im Juni hatten die beiden Medien über die Putschisten, ihre Hintergründe und Hintermänner, aber auch über die riesigen Proteste der Bevölkerung berichtet. Sie waren neben lokalen Radiostationen die beiden wichtigsten Medien für den Widerstand in Honduras.

Zwar liess sich die Bevölkerung auf diese Weise nicht unterkriegen. Mittels SMS und eigenen Informationskanälen in den Quartieren wurde weiterhin sehr erfolgreich gegen den Putsch mobilisiert. Dass darüber auch in unseren Medien nicht berichtet wurde, selbst wenn Hunderttausende von Frauen und Männern teilnahmen, weist auf ein gemeinsames Grundproblem hin, das den Widerstand in Honduras vor grosse Probleme stellt: die Monopolisierung der Informationsvermittlung in den Händen einiger Weniger. Während so der Widerstand gegen den Putsch und die Wahlfarce von Ende vergangenen Jahres in den Medien in Honduras schlicht nicht vorkommt, ist bei uns immer wieder die Falschinformation zu lesen, dass es zum Putsch kam, weil der damalige Präsident Zelaya seine Wiederwahl sichern wollte. Keine Erwähnung findet die Tatsache, dass die Volksorganisationen seit Jahren für eine verfassungsgebende Versammlung kämpfen. Gegen diese Bestrebungen richtete sich der Putsch.

«Im Kampf für Demokratie und soziale Gerechtigkeit haben sich Gewerkschaften, Volksorganisationen, Indigene, Frauengruppen, Homosexuelle, Junge und Alte zusammengeschlossen. Es gibt für sie kein Zurück.» Das sagt die Menschenrechtlerin Bertha Oliva. Und sie fügt an, dass wir gemeinsam gegen die Desinformation und die Meinungsäusserungsfreiheit kämpfen müssen. «Das Recht auf unabhängige Information ist eines der wichtigsten Menschenrechte.» Dafür setzen sich die Volksorganisationen und insbesondere die Gewerkschaften ein, sie wollen ein landesweites Radio aufbauen und bitten uns dafür um Unterstützung.