Informationsbulletin Nr. 76

Oft werden Mädchen und junge Frauen für die Erwerbsarbeit zu Hause oder in fremden Haushalten eingespannt. Foto : NTUF / ADDAD

Pakistan / Mali : Heimarbeiterinnen und Hausangestellte kämpfen für bessere Arbeitsbedingungen

Hausangestellte in Mali oder Heimarbeiterinnen in Pakistan : Sie gehören zu den rund 200 Millionen Frauen weltweit, die gezwungen sind, in fremden Haushalten oder bei sich zu Hause unter prekären Bedingungen Geld zu verdienen. Sie arbeiten rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche, meist ohne Arbeitsvertrag und sie verdienen kaum Lohn. Sie haben kein Anrecht auf Sozialleistungen.

Um Kosten zu sparen, lagern Unternehmen im Zuge der wirtschaftlichen Globalisierung immer grössere Teile ihrer Produktion aus – an Subunternehmer oder in Heimarbeit. Heimarbeiterinnen kennen oft nicht einmal ihren Auftraggeber, ihnen wird die Rohware gebracht und das fertige Produkt abgeholt.

Hausangestellte ermöglichen ihren Arbeitgebern, sich wirtschaftlichen und sozialen Tätigkeiten zu widmen. Ihre Arbeit – zum Beispiel Kinderbetreuung oder Kranken­pflege – ist unentbehrlich. Dazu im Gegensatz steht die geringe Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird. Ausbeutung ist an der Tagesordnung.

Haushaltsangestellte und Heimarbeiterinnen sind isoliert : Durch die Arbeit in fremden Haushalten oder die Produktion bei sich zu Hause kommen sie kaum in Kontakt mit anderen Arbeiterinnen. Oft wissen sie wenig über ihre Rechte. Umso wichtiger ist es, dass sich die Hausangestellten in Mali und die Heimarbeiterinnen in Pakistan organisiert haben. In beiden Ländern haben sie Gewerkschaften ins Leben gerufen : Sie gehen auf weitere Hausangestellte und Heimarbeiterinnen zu, klären sie über ihre Rechte auf und unterstützen sie, wenn sie um ihren Lohn geprellt werden oder Missbrauch erleben.

Die Hausangestellten in Mali und die Heimarbeiterinnen in Pakistan fordern beide, dass sie als Arbeiterinnen anerkannt werden, dass menschenwürdige Arbeitsbedingungen auch für sie gelten und dass sie ein Recht auf soziale Leistungen haben. In diesem Kampf haben sie den SOLIFONDS um Unterstützung gebeten und zählen auf unsere Solidarität. Im Namen der Heimarbeiterinnen und Hausangestellten danken wir Ihnen herzlich für Ihre Spende.