Nordkurdistan – Türkei

Gewerkschaftler im Exil bekunden Solidarität mit Afrin

Gewerkschaftler aus der Türkei rufen Gewerkschaften in der Bundesrepublik und Europa zu Solidarität mit dem nordsyrischen Kanton Afrin auf

07.02.2018 Bis zu dem Angriff des türkischen Staats, der am 20. Januar begann, war Afrin eine der wenigen Regionen in Syrien, die vom Krieg weitestgehend verschon geblieben war. Tausende von Menschen haben hier in den letzten fünf Jahren vor den Gräueltaten der verschiedenen vom Ausland finanzierten Dschihadisten-Gruppen, wie den IS, in Afrin Zuflucht gefunden. Obwohl sich die Einwohnerzahl verdreifacht hat und die Stadt kaum Unterstützung von der UN oder anderen internationalen Institutionen erhielt, war es dank der aufgebauten Selbstverwaltung dennoch gelungen, ein friedliches Zusammenleben für alle zu ermöglichen.

Ganzer Aufruf hier

 

Feministischer Aufruf

SOLIDARITÄT MIT DEN FRAUEN VON ROJAVA

Der türkische Staat bombardiert und droht, Afrin zu zerstören. Dieser Angriff tötet Dutzende Zivilist*innen, hauptsächlich Frauen und Kinder. Afrin war lange Zeit ein relativ sicheres Gebiet in der Region und beherbergte Hunderttausende arabischer Flüchtlinge, vor allem aus Aleppo. Die Menschen von Rojava bauen eine neue Gesellschaft auf, in der die verschiedenen ethnischen Gruppen, die dort leben, sich mit ihren Identitäten in einem demokratischen, feministischen und ökologischen System organisieren. Diese zerstörerische Aggression bedroht auch die Revolution der Frauen in Rojava, die sich nicht mehr länger einem patriarchalen Regime unterwerfen und den Mut haben, eine Gesellschaft der Freiheit für sich selbst und damit für alle zu schaffen. Dies ist für Erdogan unerträglich, der einen Einfluss auf den Nahen Osten und darüber hinaus fürchtet. Rojava ist ein Beispiel für die Befreiung von Frauen. Es untergräbt die Idee von Staaten, die im Dienste von Nationalismus, Kapitalismus und religiösem Extremismus stehen und alle auf der Unterdrückung von Frauen basieren. Wir fordern einen sofortigen Stopp der Bombardierung und Invasion von Afrin, die das internationale Recht nicht respektiert. Aus diesem Grund fordern wir ein entschlossenes Eingreifen der UNO, der EU und der Regierungen der an der Koalition gegen den IS beteiligten Länder: Russland, Frankreich, USA und Großbritannien. Sie müssen Druck auf die Türkei ausüben, um diese Aggression zu stoppen und Erdogan dazu bringen, seine Truppen aus Syrien abzuziehen. Wir rufen euch/Sie auf, diesen Aufruf zu verbreiten und die Aufmerksamkeit auf den Aufbau dieser Gesellschaft zu lenken, die besagt: "Ja, es ist möglich, als Menschen frei, gleichwertig,respektvoll gegenüber der Natur zu leben, und dafür ist Feminismus ein wesentliche Mittel ".

Sendet/n Eure/Sie Unterschriften an die folgende Adresse: kurdish.women.movement@gmail.com

Steht das Urteil gegen den Co-Bürgermeister von Amed/Diyarbakir schon fest?

Medienmitteilung der BeobachterInnendelegation zur Prozesseröffnung gegen Fırat Anlı, Co-Bürgermeister von Amed/Diyarbakır und 51 Mitangeklagte vom 20. Februar 2017

Medienmitteilung

Unterstützen Sie mit uns die Petition an die türkische Regierung des Komitees Brückenschlag Zürich-Amed/Diyarbakir

Freiheit für Gülten Kişanak, Firat Anli und alle politischen Gefangenen in der Türkei

Das Komitee Brückenschlag Zürich-Amed/Diyarbakir und die Unterzeichnenden solidarisieren sich mit den politischen Gefangenen in der Türkei und mit ihrem Kampf für Demokratie und Menschenrechte.

Wir fordern von der türkischen Regierung,

- die sofortige Freilassung von Gülten Kişanak, Firat Anli, Figen Yüksekdag, Selahttin Demirtaş und aller anderen politischen Gefangenen,
- dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) den Besuch aller politischer Gefangen zu ermöglichen und ihnen den entsprechenden Schutz zu gewähren,
- die physische und psychische Integrität der Gefangenen zu garantieren und sie keiner Folter zu unterwerfen,
- Anwälten, Familienangehörigen, Parlamentsabgeordneten und Solidaritätskomitees den Zugang zu den Gefangenen zu garantieren.

 

Die Petition wird unterstützt von SOLIFONDS, medico international schweiz, Beritan Frauenverein und dem Demokratischen Gesellschaftszentrum der KurdInnen DemKurd. Sie wird unabhängig vom IKRK lanciert.

Die Petition und eine Liste der Unterzeichnenden wird der türkischen Botschaft in Bern und dem türkischen Konsulat in Zürich zuhanden der türkischen Regierung überreicht. Kopien gehen zudem an den Bundesrat, die Politische Direktion EDA, die Schweizerische Botschaft in der Türkei und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz IKRK.

UNTERSCHREIBEN SIE JETZT! SENDEN SIE UNS EINE MAIL

Senden Sie eine E-Mail mit dem Betreff »Petition an die türkische Regierung« mit Name, Vorname, Beruf, Wohnort an mail@solifonds.ch (Bsp. Martina Muster, Sachbearbeiterin, Zürich).

Danke für Ihre Unterstützung!

 

Hintergrund:

Seit Oktober sind unzählige namhafte kurdische PolitikerInnen der HDP (Demokratische Partei der Völker) in der Türkei willkürlich verhaftet worden. Der Vorwurf, sie seien Mitglieder der PKK oder würden für diese Propaganda machen, entbehrt jeglicher Grundlage. Gülten Kişanak und Firat Anli, die Co-BürgermeisterInnen von Amed/Diyarbakir, waren noch anfangs Oktober auf Einladung des Komitees Brückenschlag Zürich-Amed/Diyarbakir in Zürich und haben unter anderem Stadtpräsidentin Corinne Mauch getroffen. Drei Wochen später sind Firat Anli und Gülten Kişanak verhaftet worden.

Sie wussten um diese Gefahr. Schon früher wurden sie als politische Gefangene unter grausamen Bedingungen in türkischen Gefängnissen festgehalten. Am 4. November wurden die beiden HDP-Parteivorsitzenden, Figen Yüksekdag und Selahattin Demirtaş und mit ihnen viele andere HDP-PolitikerInnen ebenfalls verhaftet.

Sie alle setzen sich für eine demokratische Gesellschaft ein, die auf Geschlechtergerechtigkeit, sozialer Wirtschaft und Schutz der Umwelt beruht. Dafür werden sie jetzt ins Gefängnis geworfen. Ihnen wird der Prozess gemacht, weil sie Widerstand leisten gegen die Pläne von Präsident Erdoğan, die Türkei zu einem diktatorialen Regime umzubauen. Wie die neuesten Entwicklungen zeigen, sind die demokratischen Vorstellungen der HDP vollkommen konträr zu den Bestrebungen der türkischen Regierung. Die Politik der türkischen Regierung unter Führung von Präsident Erdoğan hat in den letzten Wochen zunehmend diktatorische Züge angenommen.

Wir sind sehr besorgt um unsere Freunde und Genossinnen in Kurdistan und der Türkei. Wir fordern die Freilassung von Gülten Kişanak und Firat Anli. Wir fordern die Freilassung der Parteivorsitzenden Figen Yüksekdag und Selahttin Demirtaş und aller anderen politischen Gefangenen in der Türkei. Insbesondere verlangen wir von der türkischen Regierung, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), dem bis heute der Zugang verweigert wurde, sofort den Besuch der politischen Gefangenen zu gewähren.