Nein zum Landraub! Gemeinschaften fordern Mitsprache ein
Im malaysischen Sarawak auf der Insel Borneo wehren sich indigene Gemeinschaften seit Jahrzehnten gegen die Abholzung des Regenwalds. Während 1960 neunzig Prozent des Gebiets mit Urwald bedeckt waren, sind es heute noch zehn Prozent. Die Rodungen haben den Weg frei gemacht für grossflächige Plantagen von Ölpalmen und schnell wachsenden Hölzern. Die Zerstörung des Regenwalds geht weiter – mit verheerenden Auswirkungen für die indigene Bevölkerung, die ihren Lebensraum und damit ihre Geschichte, Kultur und Identität verliert.
Mit Strassenblockaden und Protesten, aber auch mittels Kartierung ihrer Territorien und mit juristischen Mitteln wehren sich die Gemeinschaften gegen die Zerstörung des Regenwalds und fordern ihre Landrechte ein. Vor Gericht sind Hunderte Fälle hängig, in Dutzenden Fällen haben die Betroffenen Recht erhalten. Um die indigenen Gemeinschaften zu stärken, führt die Vereinigung SADIA aktuell Treffen durch, an denen sie zu ihren Landrechten informiert werden und gemeinsame Strategien erarbeiten.
Der Kampf gegen Landraub steht auch in Kamerun und Simbabwe im Zentrum. In Kamerun sind es die Frauen, die diesen Kampf anführen. Als Ernährerinnen der Familie trifft sie die Ausdehnung einer Kautschuk-Plantage am meisten, die den Anbau von Lebensmitteln einschränkt. Die Frauen betroffener Gemeinschaften haben sich deshalb zusammengeschlossen, um Druck auf das zuständige Unternehmen und die Behörden zu erzeugen. In Simbabwe sind derweil Dutzende Familien von Vertreibung durch Bergbau bedroht. Auf ihrem Gemeindegebiet wurde eine Konzession zum Abbau von Kupfer und Gold vergeben, ohne dass die Gemeinschaften davon wussten. Nun wehren sie sich gemeinsam gegen die Vertreibungen und fordern ihre Landrechte und Mitsprache ein.
All diesen Kämpfen ist gemeinsam, dass sich Gemeinschaften gegen Landraub durch mächtige Unternehmen wehren, der meist in Komplizenschaft mit den Behörden geschieht. Und bei allen geht es um Ermächtigung der Betroffenen: indigene Gemeinschaften in Malaysia, Frauen in Kamerun, von Vertreibung betroffene Familien in Simbabwe. Sie alle vernetzen sich, lernen ihre Landrechte besser kennen und fordern gestärkt und selbstbewusst ihre Rechte und ihre Mitsprache ein. Helfen Sie uns, diese Kämpfe mit unserer Solidarität zu unterstützen!
Indigene Gemeinschaften in Sarawak, Malaysia, kämpfen unter anderem mittels Kartierung des Landes für ihre Landrechte. Foto: SADIA