aktuelle Aktionen und Kampagnen
aktuelle Aktionen und Kampagnen
Der SOLIFONDS unterstützt Basisbewegungen in Lateinamerika, Afrika und Asien punktuell in ihren Kämpfen für soziale Gerechtigkeit. Es geht um Landrechte, Frauenrechte, Arbeits- und Gewerkschaftsrechte, partizipative Demokratie oder Frieden. Vermehrt müssen sich soziale Bewegungen zudem gegen ihre Kriminalisierung und gegen Repression wehren.
Hier finden Sie Informationen über unsere aktuellen Unterstützungskampagnen.
In Kolumbien ist das landwirtschaftlich nutzbare Land extrem ungerecht verteilt. Fast die Hälfte davon befindet sich in der Hand weniger Grossgrundbesitzer, während zwei Drittel aller Kleinbäuerinnen und Kleinbauern unter schwierigen Bedingungen winzige Landstücke bewirtschaften. Gegen diese Entwicklung haben Bauernbewegungen, zusammengeschlossen in der landesweiten Vereinigung CNA, Territorien des Widerstands geschaffen, so genannte Gebiete der kleinbäuerlichen Nahrungsmittelproduktion. In diesen Territorien bauen sie Alternativen auf, fördern Ernährungssouveränität und biologische Landwirtschaft.
«Wir leben und arbeiten wie unsere Vorfahren vor 200 Jahren: wie Sklav*innen», schildern Teepflückerinnen in Sri Lanka ihre Situation. Die Löhne reichen nicht zum Leben, auf den Plantagen fehlen Toiletten und Trinkwasser, die Arbeiterinnen leben in Baracken aus der Kolonialzeit. Deshalb haben die Teepflücker*innen mit ihrer Gewerkschaft Ceylon Workers Red Flag Union (CWRFU) vor zwei Jahren ein Arbeiter*innentribunal durchgeführt, um ihre Situation sichtbar zu machen. Drei Richter*innen hörten sich die Aussagen der Arbeiter*innen an und waren sichtlich schockiert. Sie verfassten Empfehlungen an die Regierung, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen auf den Plantagen zu verbessern.
Hören Sie hier die Radio LoRa-Sendung über den Kampf der Teepflückerinnen in Sri Lanka.
In Sarawak auf Borneo kämpfen indigene Gemeinschaften seit Jahrzehnten gegen die massive Abholzung des Regenwalds: Während 1960 noch 90 % des Gebiets mit Urwald bedeckt waren, sind es heute nur noch 10 %. Durch Rodungen entstanden großflächige Ölpalmplantagen und Holzmonokulturen. Die Gemeinschaften setzen sich mit Protesten, Kartierungen ihrer Territorien und juristischen Mitteln für den Schutz des Waldes und ihre Landrechte ein. Der Kampf gegen Landraub steht auch in Kamerun und Simbabwe im Zentrum. In Kamerun sind es die Frauen, die diesen Kampf anführen.
«Landarbeiter*innen sind jahrzehntelang auf den Weingütern tätig und sichern mit ihrem knappen Einkommen das Überleben ihrer Familie. Dann verlieren sie von einem Tag auf den andern die Stelle und müssen ihr Haus verlassen. » Dies erzählen Aktivist*innen der südafrikanischen Landarbeiter*innengewerkschaft CSAAWU dem SOLIFONDS, als sie die Realität von Landarbeiter*innen im Westkap schildern. Die Gewerkschaft der Landarbeiter*innen CSAAWU kämpft seit Jahren für die Rechte von Landarbeiter*innen in Südafrika. Aktuell fordert sie mit einer Kampagne ein Verbot von giftigen Pestiziden und das Ende der Vertreibungen.
Seit eine Glencore-Tochtergesellschaft in Kolumbien überstürzt zwei Kohleminen geschlossen hat, befindet sich eine ganze Region in der Krise. Gleichzeitig sind andere Glencore-Firmen weiterhin im dortigen Kohlegeschäft tätig. Zwei Gewerkschaften wollen nun mit einer Klage geplante Massenentlassungen verhindern – und damit auch die Zerschlagung der Gewerkschaften.
Sie fordern eine gerechte Energiewende, bei der neue, nachhaltige Einkommensquellen geschaffen werden, und die betroffenen Gemeinschaften und Arbeiter*innen miteinbezogen werden.
Während in der Schweiz demnächst die neue Konzernverantwortungsinitiative eingereicht wird, bereiten sich Arbeiter*innen in Pakistan darauf vor, mit der bestehenden europäischen Lieferkettenrichtlinie gegen Arbeitsrechtsverletzungen vorzugehen. Pakistanische Gewerkschaften wollen mit Hilfe der Lieferkettengesetze in Europa Arbeitsrechtsverletzungen in der Textilindustrie bekämpfen. Dafür führen sie Trainings für Arbeiter*innen in exportorientierten Kleiderfabriken durch.