Solidaritätskarawanen ermutigen lokale Gemeinschaften

In Kolumbien ist das landwirtschaftlich nutzbare Land extrem ungerecht verteilt. Fast die Hälfte davon befindet sich in der Hand weniger Grossgrundbesitzer, während zwei Drittel aller Bäuerinnen und Bauern unter schwierigen Bedingungen winzige Landstücke bewirtschaften. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind immer wieder vertrieben und enteignet worden – durch Paramilitärs im Dienst von Grossgrundbesitzern, Viehzüchtern oder durch Agrarindustrie und Bergbau, oft mit der Komplizenschaft des Staats.

Führungspersonen sozialer Bewegungen, die sich für eine Landreform einsetzen und die Umwelt gegen ihre Zerstörung durch Bergbau, Megaprojekte oder Plantagen verteidigen, leben gefährlich. Oft werden sie bedroht oder sind Opfer gewalttätiger Übergriffe. Immer wieder werden Landrechtsverteidiger*innen ermordet. Derweil breiten sich Agrarindustrie und Bergbau weiter aus.

Gegen diese Entwicklung haben Bauernbewegungen, zusammengeschlossen in der landesweiten Vereinigung CNA, Territorien des Widerstands geschaffen, so genannte Gebiete der kleinbäuerlichen Nahrungsmittelproduktion (TECAM). In diesen Territorien bauen sie Alternativen auf, fördern Ernährungssouveränität und biologische Landwirtschaft. Sie leisten damit einen Beitrag gegen die Klimakrise und bauen gleichzeitig eine solidarische Wirtschaft auf. Damit wird die Selbstbestimmung der Gemeinschaften gestärkt, die das Land bewohnen und bearbeiten. Es geht um den Aufbau von Macht von unten.

Diese Territorien des Widerstands stehen im Zentrum einer demnächst stattfindenden Solidaritätskarawane. Mit der Karawane will das Netzwerk sozialer Bewegungen REDHER diese Territorien und die darin entstehenden Alternativen stärken. Die Karawane bringt nicht nur Solidarität, sondern sorgt gleichzeitig für eine landesweite Sichtbarkeit und dient dazu, das Modell der TECAM weiter zu verbreiten und zu festigen.

Ebenfalls eine Solidaritätskarawane haben kürzlich soziale Bewegungen auf den Philippinen durchgeführt. Nach einem Massaker durch die philippinische Armee Ende April haben sie Solidarität mit der Bevölkerung gezeigt, die von der Militarisierung ihres Gebiets und schweren Menschenrechtsverletzungen betroffen ist. Sie fordern eine unabhängigeUntersuchung der jüngsten Geschehnisse. Wir unterstützen sie darin.

«Territorien des Lebens»: Kleinbauerngemeinschaften bauen Alternativen zur zerstörerischen Agrarindustrie auf.
Foto: Colombia Informa