Brief an sri-lankische Regierung
zur Unterstützung der Plantagenarbeiter*innen

Die Unterzeichnenden aus der Schweiz haben von den extrem harten Arbeits- und Lebensbedingungen der Plantagenarbeiter*innen in Sri Lanka erfahren. Wir sind schockiert, dass solche Zustände noch immer existieren. Frauen, die Mehrheit der Arbeitenden auf den Plantagen, sind besonders betroffen. Ihre Löhne reichen nicht zum Leben, ihre Arbeitstage sind lang und hart, Toiletten und Wasser fehlen, die Wohnverhältnisse sind eng und prekär. Informalisierung ist auf dem Vormarsch und die Plantagenarbeiter*innen verlieren so den grundlegenden Schutz ihrer Arbeitsrechte.

Im Juni 2024 haben Plantagenarbeiter*innen ein Arbeiter*innentribunal durchgeführt. Die Richter*innen verfassten dringliche Empfehlungen an die sri-lankische Regierung. Dazu gehören die Ermittlung und Festlegung eines existenzsichernden Lohns, der Schutz der Unantastbarkeit der Geltungsdauer von GAVs, die Festlegung von Mindeststandards der Arbeits- und Lebensbedingungen – darunter angemessene Arbeitsstunden, Pausen, sichere Toiletten, sauberes Trinkwasser, ärztliche Behandlung, spezieller Schutz für Frauen und Mütter von Babys, angemessener Wohnraum mit Sanitäreinrichtungen. Weiter empfahlen die Richter*innen, dass Sozialversicherungen garantiert sowie Arbeitsschutz und -sicherheit auf den Plantagen geregelt werden müssen. Die Informalisierung der Arbeit soll durch Gesetze aufgehalten werden. Gewerkschaftsrechte müssen garantiert werden. Bis heute sind die Empfehlungen nicht umgesetzt.

Wir unterstützen die Empfehlungen der Richter*innen des Arbeiter*innentribunals voll und ganz und fordern die sri-lankische Regierung dringend auf, sie raschestmöglich umzusetzen.

Tee ist ein wichtiges Exportprodukt Sri Lankas. Wir fordern, dass er unter würdigen Arbeitsbedingungen produziert wird!