Ermordung von drei Arbeitern bei Nestlé Kolumbien: Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen fordern Nestlé auf, für die Sicherheit der ArbeiterInnen zu sorgen

In Kolumbien sind innerhalb von zehn Tagen drei Arbeiter von Nestlé ermordet worden – während laufender Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft Sinaltrainal und dem Unternehmen. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund und Nichtregierungsorganisationen sind entsetzt und fordern den Schweizer Nahrungsmittelkonzern auf, die Gewalt öffentlich zu verurteilen und für die Sicherheit seiner ArbeiterInnen zu sorgen.

Gilberto Espinosa, Arbeiter bei Nestlé Kolumbien und Gewerkschafter, wurde am 13. Mai in der Gemeinde Bugalagrande ermordet. Zehn Tage später wurden zwei weitere Arbeiter der NestléFabrik umgebracht, Cristian Andrés Lozano, ebenfalls Gewerkschafter, und Luis Eduardo Domínguez, der dem mit der Gewerkschaft ausgehandelten Gesamtarbeitsvertrag unterstellt war. Zuvor hatten die Gewerkschaft Sinaltrainal und namentlich erwähnte Mitglieder, unter ihnen Gilberto Espinosa, zum wiederholten Male Morddrohungen erhalten, die sich auf Nestlé bezogen. Mit den jüngsten Morden stieg die Zahl der seit 1986 ermordeten Nestlé-Arbeiter in Kolumbien auf 18. Sie alle waren Gewerkschafter. Drohungen und Gewalttaten haben wiederholt während Arbeitskonflikten und Verhandlungen zwischen Gewerkschaft und dem Unternehmen zugenommen.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB, die Organisationen SOLIFONDS, Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien und MultiWatch haben sich angesichts dieser jüngsten Gewaltwelle gegen ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns mit einem Brief an Ulf Mark Schneider, CEO von Nestlé, gewendet. Als Folge der Todesdrohungen und der Ermordung der drei Arbeiter sei ein Klima von Einschüchterung, Angst und Terror entstanden, stellten sie fest, und betonten, dass dies inakzeptabel sei. Besorgt zeigten sie sich insbesondere angesichts der Tatsache, dass die Gewalttaten zunehmen, während sich die Gewerkschaft Sinaltrainal in Verhandlungen mit Nestlé de Colombia S.A. befindet.

In ihrem Schreiben an den Nestlé-CEO haben der SGB und Nichtregierungsorganisationen das Unternehmen aufgefordert, in aller Deutlichkeit öffentlich klarzustellen, dass Drohungen und gewalttätige Übergriffe Dritter gegen ArbeiterInnen und GewerkschafterInnen des Unternehmens absolut nicht toleriert würden, und alles in der Macht des Unternehmens Stehende zu veranlassen, um die Sicherheit sämtlicher Angestellten und gewerkschaftlich organisierten ArbeiterInnen zu garantieren.

Stiftung SOLIFONDS